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Hoffnung als Imperativ: Dekan Guth über die Weihnachtsbotschaft in Zeiten der Krise

Angesichts von Kriegen und einer spürbaren „negativen Stimmung“ sowie Frustration in der Bevölkerung, sieht Dekan Volkhard Guth vom Evangelischen Dekanat Wetterau die Kirche in der Pflicht, die Menschen positiv abzuholen. Er bestätigt die verbreitete Resignation: Viele Menschen, besonders Junge, hätten „wenig Hoffnung“ auf eine gelingende Zukunft. Dennoch sei gerade jetzt Weihnachten unverzichtbar.

Guth betont im podcast Conny&Kurt, dass sich die Gesellschaft in diesen Zeiten „Hoffnungslosigkeit gar nicht leisten“ könne. Zwar erscheine die Botschaft vom „Friede auf Erden“ angesichts weltweiter Konflikte unpassend, doch sei sie gerade deshalb das, „was Menschen brauchen“. Dieser allumfassende Friede Gottes („Schalom“) sei nicht lediglich die Abwesenheit von Krieg, sondern die „Wiederherstellung von gerechten Lebensverhältnissen in als ihren Belangen“.

Die Theodizee-Frage, warum ein allmächtiger Gott Kriege zulasse, verneint der Dekan entschieden. Er hält dies für zu einfach gedacht, da der Mensch die ihm gegebene geschöpfliche Freiheit zur Lebensgestaltung in Eigenregie missbrauche. Gott leide vielmehr mit. Die Verantwortlichkeit, das Leben miteinander zu gestalten, sei von Anfang an mitgegeben worden.

Trotz Kommerzialisierung zeige die breite Akzeptanz von Weihnachtsbräuchen, wie etwa beim „Rudel singen“ in Stadien, eine tiefe Sehnsucht nach Besinnlichkeit. Hier sehen Kirchenvertreter „Andockpunkte“ für das Evangelium. Die Menschen singen die Weihnachtslieder dabei „sehr furchtvoll“ und ergriffen mit.

Die Aufforderung des Dekans, die sich auf eine alte Verheißung bezieht, lautet: „seht auf eure Erlösung nah“. Es gelte, das Verbindende zu nutzen und das Zusammenkommen der Familie zu zelebrieren.

Ampel-Aus und Trump-Wahl als Initialzündung zum Engagement

Europa ist ihr Programm. Markus Maienschein, Direktkandidat von Volt im Wetterauskreis, träumt von einer europäischen Regierung. „Volt“, so sagt er im Podcast Conny&Kurt, „will Europa stark machen. Europa muss mit einer Stimme sprechen. Europa braucht eine gemeinsame Armee.“ Auch solle man der Ukraine weiter beistehen und ja klar, Verhandlungen mit Beteiligung der Ukraine sollen zum Kriegsende führen. Der Schulleiter wünscht sich im Bereich der Bildung mehr Kompetenz für den Bund. „Man hat in der Schule immer mit verschiedenen Partnern zu tun, das ist nicht sonderlich sinnvoll“. Hinzu käme, dass die Ausstattung der Schule je nach Finanzkraft des Kreises stark unterschiedlich seien. Ampel-Aus und Trump-Wahl waren für Maienschein einen Initialzündung um in die Politik zu gehen. „Ich kann nicht nur meckern“, sagt er sich. Er schaute sich verschiedene Parteien an. Volt überzeugte ihn: „Hier erlebe ich ein faires Miteinander“.

Bald keine Erdbeeren mehr aus der Wetterau?

Der Direktkandidat der CDU für die Wetterau, Thomas Pauls, 38, befürchtet, dass es bei einem Mindestlohn von 15 Euro keine Erdbeeren mehr aus der Wetterau gäbe. Diese Befürchtung hätten ihm die Bauern genannt, erzählt der 38-Jährige im Podcast Conny&Kurt. Deshalb ist der Wirtschaftswissenschaftler genau wie seine Partei dafür, die Festsetzung der Höhe der Mindestlohnkommission zu überlassen. Im Podcast geht es um die Finanzierung des Gesundheitswesens ebenso wie über die Rentenpolitik. Hier spricht sich Pauls für eine teilweise Finanzierung über den Aktienmarkt aus.

Dr. rer. pol. habil.Thomas Pauls, CDU, ist Direktkandidat seiner Partei für den Wetterauskreis. Er ist Vorsitzender der CDA Wetterau. Als Wirtschaftswissenschaftler arbeitet er in der Strategie des Privat- und Unternehmerkundengeschäfts der Commerzbank AG.

Junge Abgeordnete vermisst Weitblick

Natalie Pawlik bedauert als junge Abgeordnete des Deutschen Bundestages im Podcast Conny&Kurt, dass Politik so wenig auf Nachhaltigkeit angelegt ist. Pawlik, die dem Ausschuss für Arbeit und Soziales angehört und wieder für ein Direktmandat im Wetteraukreis kandidiert, führt als Beispiel die demographische Entwicklung an, auf die man sich nicht entsprechend vorbereitet habe. Dies gelte für den Fachkräftemangel ebenso wie für die Sozialsysteme. Eine kontroverse Diskussion entwickelt sich im Podcast am Beispiel des Berufes der Erzieher:in. Assistenzkräfte könnten jetzt etwa zum Wickeln eingestellt werden. Dem entgegnen Conny&Kurt, dass gerade das Wickeln eine intime Situation mit hohem pädagogischen Anspruch sei.

Zur Person
Natalie Pawlik, MdB, geboren 1992 in Wostok, in Russland in Sibirien. Mitglied im Ausschuss Arbeit und Soziales im Deutschen Bundestag. Seit 04/2022 Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten

Nicht-Fachkräfte sollten wenigstens die Betreuung in den Kitas sicher stellen

Irgendwann riss bei ihm die Hutschnur. Dekan Volkhard Guth war es leid Eltern und Bürgermeistern zu erklären, warum das Dekanat Wetterau in seinen elf Kitas Betreuungszeiten einschränken und sogar Gruppen schließen musste. Er schrieb einen offenen Brief an den Hessischen Sozialminister. Darin schlug er vor, auch Nicht-Fachkräfte für die Betreuung einsetzen zu können. Denn für den Kirchenmann ist klar: Lieber eine sicher gestellte Betreuung als eine qualitativ hochwertige Bildungseinrichtung für wenige. Am liebsten natürlich beides. Inwischen denkt die Politik auch in die Richtung, aber der Dekan warnt im Podcast Conny&Kurt. Es dürfe keine Billiglösung mit Hilfskräften, die weniger verdienen, geben. Vielmehr sollten die mitgebrachten Kompetenzen der Nicht-Fachkräfte in die Kita eingebunden und die Nicht-Fachkräfte entsprechend geschult werden. So etwas verändert die gesamte Struktur eines Teams. Dies wird nur mit fachlicher Begleitung zum Erfolg führen. Aber auch die kostet Geld.