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Kälte als Waffe: Im Gespräch mit Andrij Waskowycz, Kiew

KIEW/BERLIN – Während der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine in sein viertes Jahr geht, offenbart dieser Winter eine humanitäre Krise von beispiellosem Ausmaß. Im Podcast Conny & Kurt berichtet Andrij Waskowycz, Büroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Kiew. Die klimatischen Bedingungen, mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad, treffen auf eine durch ständigen Beschuss systematisch geschwächte zivile Infrastruktur. In Städten wie Kiew harren Menschen in Hochhäusern ohne Strom und Wasser bei Temperaturen von lediglich drei Grad in ihren Wohnungen aus. Besonders dramatisch ist die Lage für Ältere in den oberen Stockwerken: „Der Aufzug fährt ja auch nicht, wenn kein Strom da ist. Und die sind quasi eingeschlossen“, beschreibt die Lage vor Ort die Not derer, die ohne fremde Hilfe kaum überleben könnten.

Andrij Waskowycz, zeichnet ein Bild, das über die üblichen Fernsehberichte hinausgeht. Er spricht von Kindern, die in eiskalten Wohnungen unter mehreren Schichten Kleidung versuchen, am Online-Unterricht teilzunehmen. Um dieser Not zu begegnen, setzt die Organisation verstärkt auf Bargeldhilfe und Gutscheine. „Sie beachtet vor allen Dingen die Würde der Menschen. Die Menschen bleiben selbständig“, so Waskowycz. Mit diesen Mitteln beschaffen sich die Betroffenen das Nötigste: Heizgeräte, Brennstoffe, warme Decken oder Lebensmittel.

Trotz einer beachtlichen Spendenbereitschaft, – seit 2022 flossen allein über die Diakonie Katastrophenhilfe fast 79 Millionen Euro – bleibt die Hilfe angesichts der schieren Masse an Bedürftigen oft nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“, so Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. Die staatlichen Strukturen sind nach Jahren des Krieges finanziell überfordert.

Erschwerend kommt die Lage der rund 3,7 Millionen Binnenvertriebenen hinzu. Viele von ihnen kehren mangels Perspektive in unsichere, umkämpfte Gebiete zurück. Neben der materiellen Not wiegt die psychische Last schwer: Schätzungsweise 15 Millionen Ukrainer benötigen psychosoziale Betreuung. Experten warnen, dass das Versäumnis intensiver humanitärer Hilfe weitreichende Folgen haben könnte. Sollte die Versorgung kollabieren, drohe eine neue, massive Fluchtbewegung gen Westen. Bisher dominiert jedoch oft das Gefühl einer verzögerten Unterstützung: „Zu wenig, zu spät, das gilt eigentlich ja für die ganzen vier Jahre“, so Kurt-Helmuth Eimuth.

Spendenkonto der Diakonie Katastrophenhilfe
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1

Die Schwerpunkte als Kirchenpräsident: Sexualisierte Gewalt, Diakonie und lokale Verantwortung

Falls er im Herbst von der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zum Kirchenpräsidenten gewählt wird, will Oberkirchenrat Martin Mencke vor allem in der Frage der sexualisierten Gewalt nicht nachlassen. „Das hat für mich eine hohe Priorität“, sagt Mencke, der derzeit der Beauftragter der Evangelischen Kirchen am Sitz der Landesregierung ist, im Podcast Conny&Kurt. Das werde weiterhin eine Daueraufgabe für die Kirche sein. Ferner will er dazu ermutigen, dass jede Kirchengemeinde und jeder Nachbarschaftsraum ein diakonisches Projekt durchführe. Die Kirche sei nicht nur eine Glaubens- sondern auch eine Handlungsgemeinschaft. Mencke spricht von der Diakonie als „zweites Bein unseres christlichen Glaubens.“ In den Strukturprozessen möchte er, dass die lokalen Verantwortungsträger „so viel Verantwortung wie nur irgend möglich bekommen“. Da möchte er eine Dynamisierung hinbekommen, um Innovationskraft freizusetzen.

Für das Amt des Kirchenpräsidenten, der Kirchenpräsidentin, der EKHN kandidieren drei Personen: Pröpstin Henriette Crüwell, Pfarrer Martin Mencke, Professorin Christiane Tietz. Gewählt wird am 28. September.

Die Armutsquote steigt stetig in Hessen: Diakonie macht Vorschläge zur Bekämpfung

Wäre es eine Bundesligatabelle, würde man sagen: Hessen wurde durchgereicht. Doch die Sache ist ernst. Es geht um Armut. Inzwischen belegt Hessen in der unrühmlichen Rangfolge, der Länder mit der höchsten Armutsquote den 11. Platz. Der letzte Hessische Landessozialbericht bezeugt mit einem Wert von 17,9 Prozent (für 2020) einen neuen Höchststand der Armutsquote in Hessen. Inzwischen ist sie noch weiter angestiegen, sagt Melanie Hartmann, Referentin für Armutspolitik der Diakonie Hessen im Podcast Conny&Kurt. Hartmann erläutert im Podcast die Vorschläge der Diakonie Hessen zur Verbesserung der Situation. Der Wohlfahrtsverband hat hierzu vor der Hessenwahl konkrete Vorschläge gemacht.

Die Vorschläge sind nachzulesen unter: https://www.diakonie-hessen.de/fileadmin/redaktion/03_Publikationen/Unerh%C3%B6rt_Sozial/DH_Unerh%C3%B6rt_Sozial_hess_Landtag_2023_web_neu__2_.pdf

Humanitäre Hilfe braucht Neutralität

Die Diakonie Katastrophenhilfe

Das Leid ist unbegreiflich. Nicht vorstellbar. 850 Millionen Menschen gehen mit Hunger ins Bett. Das sind zehn Prozent der Weltbevölkerung. 50 Millionen Menschen stehen an der Schwelle zur Hungersnot. Die Hilfsorganisationen helfen, wo sie können. Conny & Kurt haben in ihrem Podcast den Chef der Diakonie Katastrophenhilfe Martin Kessler gefragt wie Hilfe rund um den Globus aussieht, wie die Diakonie arbeitet und ob das gespendete Geld auch wirklich bei den Betroffenen ankommt. Kessler begründet auch, warum es neben Brot für die Welt eine Katastrophenhilfe gibt. Während Brot für die Welt parteiisch sei, sein müsse, da sich die Organisation für Gerechtigkeit und Menschenrechte einsetzt, müsse die Katastrophenhilfe dagegen streng neutral sein, damit sie auf beiden Seiten in einem Konfliktgebiet humanitäre Hilfe leisten könne. Insofern sei die evangelische Kirche mit dieser Aufteilung gut beraten.

Spendenkonto: Evangelische Bank | IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

https://youtu.be/QwdTMgdElZ