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Zwischen Sportgeist und Profitgier – Die WM in den USA

Die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA beginnt und löst eine Debatte über die zunehmende Kommerzialisierung aus. Mit 104 Spielen und 48 Nationen ist das Turnier zwar rekordverdächtig groß, wird jedoch von Kritikern wie Pfarrer Eugen Eckert im Podcast Conny & Kurt als reine „kommerzielle Show ohne Ende“ bezeichnet. Die FIFA versuche zwar, durch die Teilnahme kleiner Nationen wie Curaçao – die sympathisch mit einem uralten, offenen Bus anreisten – Volksnähe zu suggerieren, doch die Realität sieht oft anders aus.

Die finanziellen Barrieren sind so massiv, dass ein Großteil der Fans faktisch aus den Stadien ausgeschlossen wird. Enorme Eintrittspreise und Fahrtkosten machen die WM zu einer „Geldmaschine“, während leidenschaftliche Anhänger, wie ein berichteter Fan aus Jordanien, sogar ihr Auto verkaufen und Schulden machen, um dabei zu sein. Zudem wird die „Amerikanisierung“ des Events kritisiert: Statt des reinen Sports dominieren Barbecue-Zonen hinter dem Tor, Cheerleader und gezielte Werbeunterbrechungen, was im krassen Gegensatz zur traditionellen Fankultur steht.

Sportlich schmerzt besonders der verletzungsbedingte Ausfall des jungen Talents Leonard Karl, während Eintracht Frankfurt mit dem Linksverteidiger Brown zumindest einen Spieler im Turnier vertreten hat. Politisch bleibt das Event höchst umstritten, da FIFA-Präsident Infantino vorgeworfen wird, dem US-Präsidenten zur Aufbesserung seines angeschlagenen Images zu verhelfen. Am Ende bleibt die Sorge, dass die WM zu einer perfekt durchgestylten Show verkommt, bei der der eigentliche Fußball nur noch die Kulisse für den Kommerz bildet.

Sportdezernent Stöcken, Kiel: „Fußball ist eine wirkliche Volksbewegung“

Kiel ist erstklassig. Seit Sommer auch im Fußball. Für Sportdezernent Gerwin Stöcken ist Kiel eine wirkliche Sportstadt. Der Handball hat hohen Stellenwert und eine eingeschworene Anhängerschaft. Segeln ist in Kiel hoch angesehen. Der Fußball aber, so Stöcken im Podcast Conny&Kurt, „ist mehr eine wirkliche Volksbewegung.“ Def städtische Zuschuss für den Stadionausbau von 10 Millionen Euro ist für den Sportdezernent angemessen, „zumal die gleiche Summe auch in den Breitensport investiert wird“. Befürchtungen, dass am Sozialetat aufgrund der Investitionen gekürzt werde, wirderspricht Stöcken: „Wir haben nicht die Absicht, Fußball gegen soziale Absicherung zu stellen.“ Was die sortliche Zukunft von Holstein Kiel angeht, ist Stöcken zuversichtlich: „Wir sehen noch nicht, dass Kiel absteigt. Wir sind noch in der Findungsphase.“

Zur Person:
Der Sozialpädagoge Gerwin Stöcken wurde 2014 zu Kiels hauptamtlichem Stadtrat für Soziales, Wohnen, Gesundheit und Sport gewählt.

Erster Fußball-Pilgerweg

In Hamburg ist der erste Fußballpilgerweg Deutschlands entstanden. Anna Maria Stöcken, HSV-Fan und Religionslehrerin hat auf diese Weise ihre beiden Hobbys verbunden. Zu machen. Der 18,87 Kilometer lange Weg führt vorbei an 17 historischen Orten und Wirkungsstätten mit HSV-Bezug und hat das Ziel, den HSV in Hamburg sichtbar zu machen. Wie kam der Fußball überhaupt in die Hansestadt Hamburg? Wo fanden die ersten Spiele statt? Und was hat das Hotel Vier Jahreszeiten mit dem HSV zu tun? Zwar werde der HSV nicht als Religion verehrt, sagt Anna Maria Stöcken im Podcast Conny&Kurt, aber andächtig seien doch sowohl die Fans am Stadion ebenso wie die Gottesdienstbesucher in der Kirche.

Zur Person: Anna Maria Stöcken, Grundschullehrerin für Evangelische Religion und ehrenamtliche Unterstützerin des HSV. Kontakt: supporters@hsv.de